listening to… cro “raop”

cro “raop”
(chimperator)

ich hoerte heute also “raop”, dieses rap-pop album des pandamaske tragenden hypebeasts mit angehender platin-single und nummer 1 platte, und ich muss sagen, ich war enttaeuscht. enttaeuscht darueber, dass das album nicht beschissener ausgefallen ist. denn dann haetten sich die zuletzt gegebenen interviews zumindest deckungsgleich mit der musik verhalten.

ein kuenstler ohne sachverstand kokettiert und adaptiert all die dinge, die die heutige generation so gerne mag. generation why trifft auf unwissenheit. denn waehrend man ja alles gerne koennen wuerde, also rappen, produzieren, das streetwearbusiness uebernehmen, basketbaelle in koerbe werfen, kickflips und treflips ohne schere die stufen runter jagen, den absoluten plan von sneakern haben, gut aussehen, frauen verfuehren, unter der pandamaske nicht ersticken, tolle videos verantworten, grafiken designen, die welt retten… bleibt doch am ende nicht viel mehr als ziemlicher bockmist uebrig. da wird dann in interviews gerne so getan, als sei einem alles egal. also auch der fakt, dass man von den themen, ueber die man ja gerade redet und die man fuer sich vereinnahmt, gar keine ahnung hat. egal, ob alle leute die haende ueber den kopf zusammen schlagen. beide haende! auf den kopf! samplen ist naemlich nur so lange cool, bis die kreativitaet nicht mehr ausreicht und es zum plumpen diebstahl wird. das funktioniert in der musik, so wie mit geistigem eigentum. denn nur, weil man zwei paar sneaker im schrank hat, hat man noch lange kein game. und nur, weil man ein skateboard tragen kann, weiß man noch lange nichts ueber skateboarding. denn, und das muesste cro selbst ja auch wissen, nur, weil man eine pandamaske traegt, pisst man sich noch lange nicht den eigenen weg zur erinnerung.
diese anbiederung an halbwarheiten und den vermeintlich aktuellen status-quo gibt dann auch “raop” wieder. sowohl in den “state of the art”-videos, als auch in musikalischer hinsicht. sampling von den großen und bekannten zwischen und in den genres, gut eingestreute melodien und freundlich-schoene texte. wenn so der sommer klingt und aussieht – alles richtig gemacht! so gesehen vermag “raop” ein wunderbares, wenn auch nur sehr kurzweiliges, vergnuegen zu bieten. ein bisschen rap, ein bisschen pop – die rechnung geht auf, das album ist durchaus gelungen, “easy” ein zu honorierender hit und auch darueber hinaus bieten die minuten einige gute momente.
und so sind cro und “raop” auch sicherlich gut fuer hiphop, fuer deutschsprachige musik; chimperator gehoert respekt fuer gutes marketing und den richtigen riecher ausgesprochen und wahrscheinlich ist carlo auch echt ein netter typ, der wirklich einfach nur gerne das macht, was er eben macht. aber dann bitte auch richtig. und wenn moeglich sympathischer. ohne unbedingt ueberall dazu gehoeren zu wollen. denn eigentlich mag doch jeder pandas. hat er doch nicht noetig, oder?

www.facebook.com/cromusic

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