lana del rey “born to die”
(vertigo berlin / universal)
wuerde man lana del rey wartend an einem verstaubten straßenrand, mitten in einer beliebigen wueste der usa zwischen spielparadies und weiterer ansammlung weniger haeuser der letzten ueberlebenden einer einst so groß gelebten kleinstadt entdecken, man wuerde sie mitnehmen. nicht nur, weil sich ihr name kuenstlerisch an freiheit, devote emanzipation der 60iger jahre, sexappeal und verletzter lolita anlehnt; auch nicht, weil ihre vulominoesen lippen einladend wirken, sondern einfach, weil man moechte, dass sie da ist. so abwesend und teilnahmslos wie sie auch auf der einen seite wirkt, so viel vertrauter herzschmerz baut sich in ihr auf und foerdert sich zu tage. in einem moment liegt sie lachweinend in deinen armen, im anderen moment redet sie kein wort mehr mit dir. es ist genau die mischung, die interessiert und die sich verfluchen und doch lieben laesst. und so laesst man sie neben sich platz nehmen, waehrend sich diese figur aus guter und eigener stimme und aktuellem und doch alten tagen referenz tragendem sound entfaltet. der vibe dieses ‘damals’ trifft auf die gleichen themen im ‘heute’, vermengt sie, verkuenstelt sie und laesst doch tief eintauchen. man will es zu poppig finden und findet es doch zu artzy. am ende trifft man sich genau in der mitte – und findet es gut. jedes “video games”, jedes “born to die”, dieses “blue jeans” und dieses “diet mountain dew”, “national anthem”, “dark paradise”, “summertime sadness” und all die anderen songs; jede flaeche, jede geige, jede nachhallende drum, jedes gehauchte, gesprochene, in angestrengte hoehen und wieder herunter schnellende wort, das ihre lippen verlaesst. man mag es. und so wird das album zu einem vertonten roadmovie, in dem man die einsamkeit in der zweisamkeit erlebt und dennoch auf dem weg zwischenstopps in der glueckseligkeit zwischen billigem whiskey von der tankstelle und den großen und emotionalen momenten zwischen den laken im motelzimmer erlebt. und sie weiß das, auch wenn sie anders tut. doch am ende ist es egal. du nimmst sie den weg mit und selbst wenn sie dich irgendwann verlaesst – und das wird sie – das war eure zeit. und diese bleibt.